Wilderei – auch ein Problem in Deutschland?

Wilderei – auch ein Problem in Deutschland?

Seit mehr als 500 Jahren spielt die Wilderei eine besonders große gesellschaftliche und kulturelle Rolle in Bayern. Früher noch mit dem Tode geahndet, sind die Strafen für Wilderei heutzutage eher milde.  In Liedern wird das Aufbegehren von Männer wie Matthias Klostermayer oder Johannes Adam Hasenstab gegen die ungerechten Regeln der Herzöge besungen. Doch im Gegensatz zu den damaligen Beweggründen wie Hunger oder Armut ist die Wilderei heutzutage eher ein Gelegenheits- oder Freizeitdelikt. Vielen Wilderern geht es alleine um das Töten an sich.

Die Stimme von Thomas Schreder bebt vor Fassungslosigkeit und Empörung. Ein verwestes Reh ist auf dem Bild, durch den Körper geht ein armlanger Pfeil. Nur der Kopf des Tiers wurde abgetrennt. Diese Art der Wilderei, in der es nur um das Töten und die Trophäe geht, hat mit weidgerechter Jagd nichts zu tun, so Schreder.

Wie hochgerüstet Wilderer mittlerweile losziehen, zeigt ein Bild eines Jägers aus dem Landkreis Freising aus einer Fotofalle für Wild. Mit Sturmmaske, Tarnanzug und gespannter High-Tech-Armbrust lassen sich selbst größere Tiere ohne Probleme erlegen.

Ein anderer Typus Wilderer jagt aus Geldgier: ein erlegter Hirsch bringt auf dem Schwarzmarkt circa 400 Euro, ein Reh etwa 100. Da diese Freizeitjäger immerhin die ganze Beute verwenden, werden sie so gut wie nie erwischt. Da kein Jäger genau wissen kann, wie viele Tiere genau in seinem Revier leben, werden diese Fälle ebenfalls kaum erfasst. Die Dunkelziffer ist also vielfach höher als die eigentliche Zahl. Von den 209 offiziell erfassten Fällen von Wilderei wurden lediglich 30% aufgeklärt.

Quelle: https://www.welt.de/regionales/bayern/article168641639/Wieder-mehr-Faelle-von-Wilderei-in-Bayern.html

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