Vorsicht vor Importbienen

Bienen aus dem Ausland sollen die dezimierten Völker der heimischen Imker beleben und den Genpool auffrischen. Doch der Import von Bienen birgt einige Gefahren. So schleppen sie gefährliche Parasiten in den Bienenstock ein. Eine mögliche, risikoärmere Alternative soll eine regionale Bienenbörse sein.

Imkerverbände warnen hierzulande vor der Einfuhr von Bienen aus dem Ausland. Der Vorsitzende des Imkerverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Torsten Ellmann, meint dazu: „Die Bienen sind an das kältere Klima angepasst und könnten Krankheiten oder Parasiten mit sich bringen“. Die Imkerverbände Schleswig-Holstein und Brandenburg appellieren ebenfalls an Bienenzüchter, auf regionale Angebote zurückzugreifen.

Im letzten Jahr kamen über 30 Prozent der Bienenpopulation nicht über den Winter; die Zahlen für 2017/2018 stehen noch aus. Würden sich die Züchter dann im März oder April nach Ersatz umschauen, fänden sie laut Ellmann nur Bienen aus dem Süden. Heimische Bienenzucht und Völkervermehrung ist in dieser Zeit nämlich noch gar nicht möglich.

Wenn Ellmann über Gefahren spricht, erinnert er auch an die Siebzigerjahre. In dieser Zeit sei die Varroamilbe eingeschleppt worden. Der 1,7 mm große Parasit ernährt sich vom Bienenblut und kann bis heute nicht ausreichend bekämpft werden. In einer Studie aus dem Jahr 2010 wurde der Schädling als Hauptgrund für das Schwinden vieler Bienenvölker in den Wintermonaten ausgemacht.

In Italien gelingt es Imkern derzeit nicht, den kleinen Beutekäfer effektiv einzudämmen. Auch diese Gefahr ist importiert: ursprünglich stammt der Käfer aus Gebieten südlich der Sahara. Theoretisch wirken die Alpen als natürlicher, für die Parasiten unüberwindbarer Schutzwall, durch den Einkauf fremder Bienen könnte er jedoch auch hier ins Land gelangen.

Die drei warnenden Landesimkerverbände wollen nun eine „Bienenbörse“ im Internet eröffnen, um den Bedarf an Bienenvölkern zu erfassen und angebotene Völker zu vermitteln. Außerdem appellieren sie an die anderen Landesverbände und Bienenzüchterorganisationen ausführlicher und eindringlicher vor dem Einschleppungsrisiko zu warnen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/bienensterben-imkerverbaende-warnen-vor-importbienen-a-1196323.html

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