Von einer Abfallgrube zu Münchens nachhaltigster Kleingartenanlage

Nachdem krebserregendes Material im Boden der Anlage des Kleingartenvereins „Familienhilfe“ e.V. gefunden wurde, musste die gesamte Fläche abgerissen werden und ein graues Brachland entstand. Heute, 8 Jahre später, bewirbt sich der Verein um den Titel „Bayerns nachhaltigste Kleingartenanlage“.

Aus dem Pflanzenmeer ragt ein kahler Zwetschgenbaum wie ein stilles Mahnmal heraus. Er ist eine der wenigen Pflanzen, die erhalten werden konnten, nachdem das Wasserwirtschaftsamt München 2009 stark erhöhte Werte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen im Grund fand. Dieser Schadstoff war eine der Altlasten einer Abfallgrube, die sich vor dem ersten Weltkrieg dort befand. Bis zum Frühjahr 2012 mussten daraufhin 10.000 Kubikmeter Boden mitsamt der Pflanzen abgetragen werden. Die Stadt München entwarf in Zusammenarbeit mit dem Büro NRT-Landschaftsarchitektur für jede Gartenparzelle einen Sanierungsplan, in den auch die Kleingärtner ihre Wünsche mit einfließen lassen konnten. Dass die alten Obstbäume erhalten werden sollten, stand für alle Beteiligten außer Frage.

Einigen alteingesessenen Kleingärtnern erschien der Neubau zu mühselig, sodass viele Parzellen neu besetzt werden konnten. Dem Vorstand des Vereins und seinen Mitgliedern war ein wichtiges Anliegen junge Familien mit ins Boot und die Kinder „von den Smartphones weg“ zu holen. Daher haben die einzelnen Grundstücke auch keine Umzäunung, damit der Nachwuchs ungehindert über die Grenzen hinweg miteinander spielen kann, während die Eltern mit den Nachbarn klönschnacken.

Auch die Bewertungskommission des Wettbewerbs „Bayerns nachhaltigste Kleingartenanlage“ zeigte sich begeistert: „Das ist wie ein durchgehendes Gartenmeer – unglaublich, dass das alles hier in so kurzer Zeit neu angepflanzt wurde“. Die Chancen auf den Titel stehen also gut.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/muenchen/sanierte-kleingartenanlage-wow-und-das-ist-hier-alles-neu-angepflanzt-worden-1.3684919

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