Topinambur – Exotisch und dennoch regional

Es lässt sich ohne großen Aufwand in heimischen Gärten kultivieren, auch bei kalten Temperaturen. Es ist kalorienarm, für Diabetiker geeignet und dennoch sehr sättigend. Die Rede ist von Topinambur – einem der unterschätztesten Knollengewächse der Welt.

Eigentlich ist Topinambur eine prachtvolle Sonnenblumenart. Doch 20 Zentimeter tief unter der Erde wachsen die Knollen. In ihnen stecken Betain, Cholin und Saponine, die als hemmend gegen Krebs angesehen werden. Der wichtigste Inhaltsstoff ist jedoch der Mehrfachzucker Inulin. Wegen fehlender Enzyme kann unser Körper diesen in verdauter Form nicht aufspalten und erhöht damit nicht den Blutzuckerspiegel. Das macht Topinambur zu einem wichtigen Lebensmittel für Diabetiker. Inulin senkt zudem die Blutfettwerte und wirkt sich positiv auf die Darmbakterien aus. Eisen, Kalium, Magnesium, Phosphor und Calcium und Spurenelemente wie Selen und Zink sowie die Vitamine A, C, B1, B2, Niacin runden das Ganze an. Geschmacklich erinnert Topinambur an Artischocken, muss jedoch aufgrund der dünnen Schale innerhalb von 2 Wochen nach der Ernte verarbeitet werden.

Der Name der Pflanze kommt von den brasilianischen Ureinwohnern Tupinambá obwohl das Gewächs eigentlich aus dem mexikanischen Raum kommt. Dieser Irrtum liegt über 400 Jahre zurück: Als 1612 zum ersten Mal Tupinambur-Knollen nach Europa gelangten, waren zufällig auch abgesandte des Tupinambá-Stammes dort. Im Laufe der Zeit, hat die Knolle viele weitere Namen dazubekommen, unter anderem Erdbirne, Jerusalem-Artischocke, Bärbel, Erdsonnenblume, Indianerknolle oder Erdtrüffel.

Quelle: https://enorm-magazin.de/exotisch-und-dennoch-regional

Zurück