Stadtbegrünung mal anders

Nach Angaben der UN sterben jährlich rund 3,5 Millionen Menschen aufgrund von Luftverschmutzung. Diese ist besonders in Großstädten sehr hoch – dort ist der CO2-Ausstoß durch Autos besonders konzentriert, viele Menschen leben auf engem Raum und meist ist nicht genügend Platz für die Anlage eines Parks zur Säuberung der Luft. Was also tun? Das Abfallamt in Wien hat eine interessante und innovative Lösung gefunden.

Als die Fassade des Gebäudes 2010 zu bröckeln begann, entschied man sich für eine Totalsanierung – inklusive Begrünung. Inzwischen ist es sogar zu einem Vorzeigeprojekt der Fassadenbegrünung geworden: über 17.000 Kräuter, Stauden und Gräser wachsen auf dem zwischen einer vierspurigen Bundesstraße und großen Wohnkomplexen eingezwängten Gebäude. Und bietet dabei Schmetterlingen, Sonnenkäfern und Bienen auf 850 Quadratmetern einen Lebensraum. Ernährt werden die Pflanzen mithilfe von Zeitschaltuhren und Bewässerungsrohren, ohne Kontakt zum Erdboden.

Außerdem ist die Begrünung mehr als nur bloße Verschönerung: Im Winter sorgen die Pflanzen für eine zusätzliche Dämmung, die vor hohen Heizkosten schützt, im Sommer spendet sie Schatten und kühlt das Haus. Dadurch ist es an besonders warmen Tagen in den Räumen des Abfallamtes rund 15 °C kühler als in den Nachbargebäuden. Das entspricht einer Leistung, für die 50 Klimaanlagen acht Stunden am Tag laufen müssten.

Weitere positive Nebeneffekte: die Fassade wird geschützt, Lärm abgehalten, Feinstaub gefiltert und Sauerstoff erzeugt.

Neu ist diese Idee allerdings nicht – bekannt wurden die Pflanzenwände vor allem durch den französischen Botaniker Patrick Blanc, der schon viele Gebäude von Paris bis Kuala Lumpur bepflanzt hat. Trotzdem war eine solch große Wand bis vor kurzem nur Theorie, es mangelte an Vorbildern.

 

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/wissen/oekologischer-staedtebau-beete-die-in-den-himmel-wachsen-1.3104428

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