Slowenien macht Wasser zum Grundrecht

Als erstes europäisches Land hat Slowenien den Zugang zu sauberem Trinkwasser nun als Grundrecht anerkannt und in die Verfassung aufgenommen. Davon erhofft sich das Land den Schutz der Wasserressourcen des Landes und die Vorbeugung von Privatisierung.

Dass wir das Wasser aus dem Hahn einfach trinken können, ist für uns Deutsche ganz alltäglich. Aber bereits in anderen Teilen Europas ist das nicht möglich – häufig ist das Wasser nach der Reinigung in Klärwerken durch Chemikalien wie Chlor belastet. In Schwellen- und Entwicklungsländern herrscht aufgrund extremer Wetterereignisse wie Dürren oder Überschwemmungen außerdem Wasserknappheit. Dort ist die Gefahr der Privatisierung von Wasser besonders hoch. In Nigeria kostet ein Liter Wasser deshalb inzwischen mehr als ein Liter Benzin.

Diesem Trend will die slowenische Regierung durch die Aufnahme des Rechts auf sauberes Wasser in die Verfassung entgegenwirken. Damit gilt es als Vorbild für andere EU-Staaten – es ist nämlich der erste europäische Staat, der den Bürgern ein Recht auf sauberes Wasser zugesteht. Weltweit machen das neben Slowenien nur 15 weitere Staaten, obwohl der Zugang zu sauberem Trinkwasser bereits bei der Formulierung der Milleniumsziele der UN aufgegriffen wurde. In Deutschland wurde ein solcher Antrag auf Schutz vor Privatisierung 2013 auch schon gestellt, jedoch von der Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt.

 

Quelle: https://reset.org/blog/wasser-als-grundrecht-%E2%80%93-slowenien-macht-es-der-eu-12062016

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