Singapur führt Auto-Obergrenze ein

Seit dem ersten Februar werden in Singapur keine neuen Zulassungen für Privatwagen mehr ausgegeben. Ausnahmen sind nur dann möglich, wenn das nötige Zertifikat durch Verschrottung eines alten Autos wieder auf den Markt kommt. In den kommenden Jahren will die Regierung außerdem mehr als 13 Milliarden Euro in den Ausbau und die Verbesserung des öffentlichen Verkehrsnetzes investieren.

Dabei ist in Singapur die Autodichte von einem Privatwagen auf zehn Einwohner im Vergleich zu anderen Großstädten relativ gering. In München ist sie beispielsweise fünfmal so hoch. Und an Zulassungen zu kommen war bereits zuvor nicht einfach: Diese konnten bisher nur im Internet ersteigert werden – für 30.000 bis hin zu 60.000 Euro. Zusätzlich dazu kommen hohe Steuern, sodass Angehörige der Mittelschicht öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis benutzen.

Die Strategie der Stadt ist daher klar: Ein günstiges und sehr feinmaschiges öffentliches Verkehrsnetz. 2017 beschloss die Regierung 13 Milliarden Euro in selbiges zu investieren. Unter anderem soll dafür gesorgt werden, dass künftig acht von zehn Familien weniger als zehn Minuten zu einer Haltestelle in ihrer Nähe laufen müssen. Außerdem soll die Maut-Steuer mit einem GPS-gesteuerten System eingetrieben werden.

Elektrofachmann Kian Ann meint dazu: „Unser Land ist so klein. Wir haben gar nicht genug Platz, um noch mehr Autos auf die Straße zu lassen. Wir müssen uns einschränken, ob wir wollen oder nicht." Die Straßen weiter auszubauen, ist in Singapur beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, da der Asphalt bereits zwölf Prozent der Staatsfläche bedeckt – das ist beinahe so viel, wie die Wohnfläche in Anspruch nimmt.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/auto/verkehr-keine-lust-auf-stau-1.3848270

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