Sind die deutschen Wälder zu eintönig?

Eine aktuelle Studie der Naturwald Akademie meint ganz klar: ja! Auf den meisten deutschen Waldflächen sind die Bäume zu jung, zu wenig durchmischt oder gehören dort überhaupt nicht hin. Heimische, naturnahe Waldökosysteme drohen darum auszusterben – unter dem Verlust leiden auch Tiere, Pilze und Pflanzen.

Konkret empfiehlt die Naturwald Akademie ein Abholzungsverbot für Bäume, die 140 Jahre oder älter sind. Diese wegen ihres Stammdurchmessers Starkbäume genannten Stützpfeiler eines gesunden Waldökosystems sind besonders gute Produzenten von Blattmasse, Zweigen, Wurzeln und Borke. Dadurch bilden sie ein besonderes Waldklima sowie Waldstrukturen und Wuchsbedingungen aus, die als Grundlage für viele Pflanzen- und Tierarten dienen. Hierzulande sind solche Bäume selten geworden; nur auf 4,5% der heimischen Waldflächen wachsen Starkbäume, von denen wiederrum nur 0,2% per Gesetz geschützt sind. Die Nachhaltigkeitsversprechen der deutschen Holzindustrie bleiben derweil größtenteils unerfüllt. Knut Sturm, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Naturwald-Akademie, sieht hier auch dringlichen Handlungsbedarf: „Wir müssen die Wälder endlich so bewirtschaften, dass wir wieder über naturnahe, anpassungsfähige und mit ausreichend Altholz ausgestattet Wälder verfügen!“ Und auch auf verschiedenen Ebenen sind C-Mitarbeiter

Das Fazit der Studie ist zermürbend: Unter Naturschutz-Gesichtspunkten sind 90% der deutschen Waldfläche in einem miserablen Zustand. „Die Verantwortung dafür trägt eine Forstwirtschaft, die naturnahe Waldökosysteme zurückdrängt. Dadurch bedroht sie nicht nur die Biodiversität in unseren Wäldern, sondern vernichtet auch ein riesiges Potenzial für den Klimaschutz“, sagt Dr. Torsten Welle, Wissenschaftlicher Leiter der Naturwald-Akademie. „Zum Beispiel können junge Wälder nicht annähernd so viel klimaschädliches Kohlendioxid langfristig binden, wie naturnah bewirtschaftete Wälder mit einem höheren Anteil an Altholz.“ Neue Vorschriften und Gesetzte würden nicht nur die heimische Artenvielfalt und Biodiversität wieder steigern, sondern auch einen erheblichen Teil zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Denn über eine reine Reduzierung des CO2-Ausstoßes lassen sich diese nicht erreichen.

Quelle: https://www.greenpeace.de/themen/waelder/die-mischung-machts

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