Neuseeland schlachtet mehr als 150.000 Rinder

In Neuseeland ist das Bakterium Mycoplasma bovis, das bei Rindern eine oft tödlich verlaufende Lungenentzündung auslöst, ausgebrochen. Die Regierung will den Erreger nun ausrotten – und schreckt dabei nicht vor drastischen Maßnahmen zurück.

Neuseeland ist der größte Milchexporteur der Welt – es leben mehr als 10 Millionen Rinder auf dem Pazifikstaat. Die Premierministerin Jacina Ardern gab diesen Montag einen Zwei-Jahresplan mit einem Budget von 525 Millionen Euro bekannt, der unter anderem die Schlachtung von über 150.000 Rindern vorsieht. Laut Ardern könnte der Erreger so komplett ausgerottet werden.

Unklar ist nach wie vor, wie das Bakterium trotz strenger Sicherheitsvorschriften nach Neuseeland gelangen konnte. Die Insel war bisher vor dem in vielen anderen Ländern verbreitetem Erreger verschont geblieben. Obwohl der Krankheitsverlauf oft tödlich endet, bricht sie bei manchen Tieren überhaupt nicht aus. Die Ansteckungsgefahr bleibt jedoch dieselbe – kommen die Tiere dann in einen anderen Betrieb, ist der gesamte Bestand in Gefahr, ohne dass der Viehwirt anfänglich davon weiß. Für Menschen hat das Verspeisen von infiziertem Fleisch keine gesundheitlichen Folgen.

Arderns abschließende Worte nach monatelangen Verhandlungen zwischen Regierung, Agrarindustrie und Experten: "Das ist ein harter Brocken. Niemand will Massenschlachtungen. Das Risiko einer Weiterverbreitung ist jedoch zu hoch.“ Insgesamt werden wohl in 200 von 20.000 Betrieben Schlachtungen durchgeführt werden müssen.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/neuseeland-muss-wegen-seuche-schaetzungsweise-150-000-rinder-schlachten-a-1209857.html

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