Nachhaltiger Tourismus

Der Tourismussektor gilt vor allem im Bereich der Entwicklung als Hoffnungsträger, bereits jetzt bietet er etwa 240 Millionen Jobs weltweit. Durch das rasante Wachstum und sein großes Potenzial gilt er als Schlüsselsektor zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele.

Wichtige positive ökonomische Effekte sind beispielsweise das Schaffen von Jobs, Einkommen und Devisen. Der Tourismus hat zudem einen großen Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt und weist ein überdurchschnittliches Wachstum vor allem in und zwischen Schwellenländern auf.

Probleme hingegen sind die saisonale Abhängigkeit und die starke räumliche Konzentration, die ungleiche Verteilung der generierten Einnahmen sowie massive Menschenrechtsverletzungen.

Die Ökobilanz ist zudem stark vom Handeln der lokalen Verantwortlichen abhängig, da es aufgrund der Internationalität für diesen Sektor kaum Regulierungen gibt. So gibt es beispielsweise keine Einigung auf eine verbindliche Emissionsreduktion für internationale Mobilität, sodass der Flug- und Schiffverkehr ohne finanzielle Auflagen uneingeschränkt wachsen kann. Vor allem der Flugverkehr ist ein aufgrund der klima- und umweltschädigenden Auswirkungen und seines stetigen Wachstums problematisch. Zudem fliegen hauptsächlich die Mittel- und Oberschicht der Bevölkerung, von den Folgen ist aber insbesondere die Unterschicht betroffen, da diese von der Landwirtschaft abhängig ist und finanziell keine Kompensationsmöglichkeiten aufweisen kann. Die klimafreundliche Gestaltung der Tourismusbranche ist daher auch eine Frage globaler Gerechtigkeit. Dafür ist die Mobilitätswende, das Vermeiden von Kurz- und Mittelstreckenflügen, notwendig. Auch die Förderung klimafreundlicher, öffentlicher Massenmobilität ist von Bedeutung. Für ein besseres gegenseitiges Verständnis ist außerdem das Schaffen von Angeboten, die Touristen und Einheimische auf Augenhöhe zusammenführen, wegweisend, da sonst die Gefahr der Zerstörung der traditionellen Lebens- und Kulturformen durch beispielsweise Korruption und Kinderhandel besteht.

 

Quelle: https://www.alumniportal-deutschland.org/nachhaltigkeit/wirtschaft/tourismus-nachhaltige-entwicklung/

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