Mehr als 40 tote Schafe nach Wolfsangriff in Bad Wildbad

Eine Herde Schafe wird von einem streunendem Wolf überrascht und attackiert. Nach dem Angriff gibt es über 40 verendete Tiere. Der Vorfall lässt die Diskussion über die Rückkehr des Wolfes neu entbrennen.

Der Großteil der Tiere wurde von dem Wolf gerissen und einige überlebende Tiere mussten wegen der Schwere ihrer Verletzungen eingeschläfert werden. Bisher ist noch unklar, wie viele Schafe in Panik in den über die Weide verlaufenden Fluss sprangen und ertranken. Über diesen war der Wolf aller Wahrscheinlichkeit nach auf die umzäunte Weide gelangt.

Schäferpräsidentin Wohlfahrt gibt an, dass die Schafe erst vor wenigen Tagen auf die Weide gekommen waren. Der Vorfall ist für Wohlfahrt ein trauriger Beleg für die lange gehegte Vermutung: "Weidetierhaltung und Wolf zusammen funktionieren nicht flächendeckend in Baden-Württemberg."

NABU-Landeschef Johannes Enssle meint dagegen, dass sich mit effektivem Herdenschutz solche Vorfälle in der Regel verhindern ließen. Es gelte, Baden-Württemberg schnell auf die Rückkehr der Wölfe vorzubereiten. Er fordert aber auch: "Jetzt gilt es, dem Schäfer so schnell wie möglich zu helfen".

FDP-Landtagsfraktionschef Hans-Ulrich Rülke dagegen möchte die "romantische Wolfspatenschaft" beenden. Der Wolf müsse unter die Kontrolle des Jagdrechts gestellt werden. "Das hat sich auch bei den geschützten Tierarten wie dem Luchs bewährt. Als dicht bevölkertes Flächenland müssen wir durch bessere Kontrolle verhindern, dass Wölfe zum Problem werden."

In Baden-Württemberg sind seit 2015 mindestens vier Wölfe gesichtet worden. Bundesweit gibt es etwa 800 Wölfe, vor allem in Niedersachsen und in Ostdeutschland. Im Jahr 2016 wurden über tausend Nutztiere durch Wölfe getötet oder verletzt.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/baden-wuerttemberg-wolf-soll-dutzende-schafe-getoetet-haben-a-1205604.html

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