Letztes männliches Nördliches Breitmaulnashorn der Welt gestorben

In Kenia

ist diese Woche das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn gestorben. Wissenschaftler aus Berlin hoffen mit den einzigen zwei verbliebenen Weibchen dieser Art den Fortbestand sichern zu können.

Sudan, so der Name des Nashorns, habe zuletzt altersbedingt stark gelitten, sodass die Tierärzte des Wildtierreservat Ol Pejeta am Montag beschlossen haben, das Tier einzuschläfern. Sudan wurde 1973 in der damaligen Republik Sudan geboren, kurz drauf gefangen und in einen tschechischen Zoo gebracht. 2009 wurde er schließlich nach Ol Pejeta gebracht, nachdem jegliche Versuche der natürlichen Reproduktion fehlgeschlagen waren.

Forscher des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) versuchen nun, den Fortbestand mithilfe künstlicher Reproduktionsmethoden zu sichern: Eizellen der beiden Weibchen sollen mit vor längerer Zeit gewonnenen und eingelagerten Spermien verschmolzen werden.

Bis 1960 gab es laut der Naturschutzunion IUCN noch 2360 Nördliche Breitmaulnashörner in der freien Wildbahn. Doch die Tiere wurden vor allem wegen ihrer Hörner gejagt – in asiatischen Ländern gilt es als wertvolle Naturmedizin. Von dem Südlichen Breitmaulnashorn dagegen gibt es dank intensiven Tierschutzes im südlichen Afrika heute mehr als 20.000.

Für die immer größere Gefährdung von Großwildtierarten ist vor allem der Mensch verantwortlich, indem er Tier jagt, aus ihrem natürlichem Lebensraum vertreibt oder diesen zerstört (z.B. durch Verschmutzung der Umwelt.). Es gilt also nicht nur die wenigen verbliebenen Exemplare bedrohter Tierarten besonders zu schützen, sondern auch ihr natürliches Habitat.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artensterben-letztes-maennliches-noerdliches-breitmaulnashorn-der-welt-tot-a-1198923.html

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