Letzte Rettung für den Tasmanischen Teufel

Eine ansteckende Krebserkrankung hat einen Großteil der Tasmanischen Teufel in Australien getötet. Nun sollen Zuchtprogramme, Schutzgebiete und ein Impfstoff die Tiere retten.

Wie der Tasmanische Teufel (Sarcophilus harrisii) zu seinem Namen kam, ist offensichtlich. Regt er sich auf, werden die Ohren rot. Er fängt an zu stinken. Dazu kreischt er wild und reißt das Maul mit den großen Zähnen auf, so weit es nur geht. Kein Wunder also, dass der Vierbeiner mit dem wackligen Gang nicht unbedingt zu den großen Sympathieträgern gehört.

Doch in den vergangenen Jahren hat sich das Image des Beuteltieres, das seit mehr als vier Jahrhunderten nur noch auf Tasmanien - einer Insel im Süden Australiens - vorkommt, ziemlich gewandelt. Aus Abscheu ist bei vielen Mitleid geworden. Grund ist eine hochansteckende Krebserkrankung, die 1996 entdeckt wurde. Mehr als 80 Prozent der Teufel starben.

Mit dem Programm "Save the Tasmanian Devil wird nun versucht, das Wappentier der Insel zu bewahren. Eine Halbinsel im Südosten, die nur über einen schmalen Übergang zu erreichen ist, wurde zum Schutzgebiet erklärt. Dort, auf dem Weg ins alte Gefängnis von Port Arthur, gibt es auch einen privaten "Un-Zoo", in dem die Tiere praktisch frei kommen und gehen können. Verkehrsschilder mahnen Autofahrer überall zur Rücksicht.

Inzwischen gibt es tatsächlich einige Hoffnung, dass der Tassie-Teufel gerettet werden kann. In mehreren Anlagen - auf Tasmanien, aber auch auf dem australischen Festland - werden sicherheitshalber Ersatzpopulationen gezüchtet. Mittlerweile gibt es dort mehr als 500 gesunde Tiere. Zudem haben auf Tasmanien trotz der Krebsepidemie einige Populationen überlebt.

Abgesehen vom Krebs gibt es noch eine andere große Gefahr: Autos. Jedes Jahr werden Dutzende Beutelteufel auf Tasmaniens Straßen überfahren. Zudem werden die Tiere normalerweise ohnehin nicht älter als fünf Jahre.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/tasmanischer-teufel-zucht-soll-die-art-vorm-aussterben-retten-a-1172462.html

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