Larsen-C-Expedition zu einem 120.000 Jahre altem Ökosystem aufgebrochen

Im Juli 2017 brach der Eisberg A68 von dem Larsen-Schelfeis ab und legte ein 120.000 Jahre verborgenes Unterwasserökosystem frei. Ein Team von Wissenschaftlern hat sich nun als erste Expedition Richtung Antarktis aufgemacht, um das Phänomen zu untersuchen.

Die Mission der Wissenschaftler erfordert schnelles Handeln: Das nun freigelegte Ökosystem könnte sich in den oberen Meeresschichten durch die neu hinzugekommene Sonneneinstrahlung schnell wandeln. Daher startet die Expedition am 21. Februar von den Falklandinseln. Für die Überfahrtsdauer wird mit ungefähr 3 Wochen gerechnet, das wichtigste Werkzeug sind dabei die Satelliten. Ohne deren Hilfe wäre eine gefahrlose Navigation durch das von Eisschollen bedeckten Gebiet nicht möglich.

Meeresbiologin Dr. Katrin Linse von der British Antarctic Survey und Leiterin der Expedition erklärt: „Das Kalben von A68 bietet uns die einzigartige Gelegenheit, zu beobachten, wie Meereslebewesen auf eine solch dramatische Klimaveränderung reagieren. Es ist sehr wichtig, dass wir schnell mit unseren Untersuchungen beginnen, bevor diese Unterwasserlebenswelt sich verändert, weil Sonnenlicht das Wasser erreicht und sich neue Arten ansiedeln können. Wir haben ein Team mit einem breiten Spektrum an Kompetenzen zusammengestellt, damit wir so viele Informationen wie möglich innerhalb eines kurzen Zeitraums sammeln können. Das ist also ganz schön spannend!“

Die Wissenschaftler wollen dazu Proben vom Meeresboden, vom Wasser und von den biologischen Lebensformen aus dem Ökosystem sammeln. Daten über neu „eingezogene“ Meeressäuger- und vögel werden ebenfalls mit in die Studie einbezogen. So wird nach und nach ein Bild entstehen, wie das Leben unter dem Schelfeis einst aussah.

Quelle: https://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/larsen-c-expedition.html

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