Krummes Gemüse gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung ist in Deutschland ein großes Problem – jährlich werden hier etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, das entspricht 450.000 voll beladenen LKW. Viele denken dabei vor allem an das, was vom Verbraucher weggeschmissen wird und wissen nicht, dass etwa 30% der Ernte schon auf dem Acker aussortiert wird. Und das nur, weil es nicht der Norm entspricht.

Inzwischen sind Supermärkte und Händler davon überzeugt, dass ihre Kunden auch kein Gemüse mit Schönheitsfehlern mehr kaufen würden. Ursprünglich wurden die Normen jedoch eingeführt, um Lagerung und Transport der Waren zu optimieren, schließlich lässt sich gerades Gemüse besser stapeln und verpacken als krummes. Daraus ergaben sich verschiedene Richtlinien und Normen, die den Verkauf von nicht gleichmäßig gewachsenem Gemüse erschwerten. Bereits seit 2009 gibt es jedoch beispielsweise die oft zitierte Gurkenkrümmungsverordnung nicht mehr. Trotzdem bieten Händler weiterhin fast ausschließlich standardisierte Lebensmittel an – die Kunden sind das gleichmäßige Aussehen so gewohnt, dass sie anderes nicht kaufen würden.

Daran wollen die Initiativen Querfeld aus Deutschland und Zachraň jídlo (Rette das Essen) aus Tschechien etwas ändern. Mit humorvollen Kampagnen wollen die Gründer Konsumenten dazu bewegen, auch weniger ästhetische Produkte zu kaufen. Außerdem finden die Initiativen andere Verwendungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Belieferung von Kantinen und Großküchen, bei denen es egal ist, wie das Gemüse vorher aussah. So können sich die Landwirte noch etwas dazu verdienen und es müssen weniger Lebensmittel weggeworfen werden.

 

Quelle: https://enorm-magazin.de/gemuese-ist-kein-design-objekt

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