Glyphosat für fünf weitere Jahre zugelassen

Die EU-Kommission hat das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nach langem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen. Auch Deutschland stimmte trotz Veto aus dem Umweltministerium zu - und gab damit den Ausschlag.

Bis zuletzt hatten Befürworter und Gegner vehement über das Thema diskutiert. Hauptstreitpunkt war die Frage, ob das Mittel krebserregend ist oder nicht. Studien kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen: Die International Agency for Research on Caner (IARC) der WHO stufte den Stoff „wahrscheinlich krebserregend“ ein. Dagegen stehen 9 andere Institutionen, die für nicht krebserregend plädieren, unter anderem das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die US-amerikanische Umweltbehörde EPA und die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Der Grund, weshalb die Einrichtungen zu solch unterschiedlichen Ergebnissen kommen, liegt zum Teil an den Unterschiedlichen Bewertungskriterien. Die meisten Behörden prüfen dabei, ob bei sachgemäßer Anwendung des Mittels eine Gefahr für den Verbraucher besteht. Die IARC hingegen, ob der Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs zu verursachen. So werden beispielsweise Sonnenstrahlen und Alkohol von der IACR als „sicher krebserregend“ eingestuft.

Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt: der Glyphosat-Hersteller Monsanto hat offenbar versucht die Entscheidungsfindung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zu beeinflussen. Außerdem soll das Unternehmen Forschern für positive Glyphosat-Berichte Geld gezahlt haben. Beide Punkte bestreitet das Unternehmen. Aber auch die Gegenseite scheint nicht frei von Schuld zu sein. Ein Sachverständiger, der an der glyphosatkritischen Bewertung der IARC beteiligt war, erhielt mindestens 160.000 Dollar von US-Anwälten, die Monsanto im Auftrag potenzieller Glyphosat-Opfer verklagen. Laut Nachrichtenagentur Reuters soll in mehreren Fällen im Entwurfstadium die Einschätzung von IARC-Studien von „nicht krebserregend“ zu einem neutralen oder „krebserregend“ umgeändert worden sein. Die IARC dementierte dies.

Und auch Bauernverbände hatten gewarnt, da sie im Falle eines Verbotes von Glyphosat auf schädlichere und weniger wirksame Mittel zurückgreifen müssten.

Doch selbst wenn Glyphosat nicht krebserregend sein sollte – ein umweltschädliches Pestizid ist es allemal. Wünschenswert wäre, dass Konzepte für eine moderne Landwirtschaft entstehen, die zum größten Teil ohne Schadstoffe auskommt.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/glyphosat-was-spricht-fuer-das-pestizid-was-dagegen-a-1180567.html

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