Gewächshaus erreicht die Antarktis

An der Neumayer-Station III, einer deutschen Polarforschungsstation, ist ein besonderer Container angekommen: Es handelt sich um das Gewächshaus des EDEN-ISS-Projektes. Darin soll in den kommenden Monaten frisches Gemüse in der Antarktis gezüchtet werden. Der Testlauf soll die Kultivierung von Nutzpflanzen in Wüsten sowie Gebieten mit tiefen Temperaturen auf der Erde wie auch für zukünftige bemannte Missionen zu Mond und Mars demonstrieren.

Die Antarktis ist das ideale Testgelände für die Gemüsezucht ohne Erde mit künstlichem Licht in einem abgeschlossenen System, in dem sämtliches Wasser recycelt wird und keine Pestizide und Insektizide benötigt werden. „Wenn wir pünktlich Anfang Februar aussähen, hoffe ich Ende März die ersten Salate und Radieschen ernten zu können“, sagt Paul Zabel vom DLR, der sich um die Gemüsezucht im polaren Winter kümmern wird.

„Es wird sicher eine Bereicherung des Speiseplans, wenn Paul unsere Vorratskost mit frischem Gemüse direkt aus dem Gewächshaus ergänzt“, so Bernhard Gropp, der die Stationsleitung für die kommende Überwinterungssaison übernimmt. Während der Überwinterung 2018 wird ein 10-köpfiges Team, bestehend aus Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen, Ingenieuren, einer Köchin und eines Arztes auf der Neumayer-Station III leben.

„Wir sind interessiert, ob sich ein positiver psychologischer Effekt mit der frischen Kost erzielen lässt“, so Gropp. In der Sommersaison von November bis Februar erfolgt in drei bis vierwöchigen Abständen eine Versorgung mit frischem Obst, Gemüse und Salat aus Südafrika auf dem Luftweg. Die letzte  Frischproviantlieferung gelangt Ende Februar zur Station.  Danach gab es bisher bis zum kommenden November keinen frischen Salat, frische Tomaten und Gurken. Der Betrieb des EDEN-ISS-Gewächshauses in der Antarktis ist zunächst bis Dezember 2018 geplant.

Quelle: https://www.awi.de/nc/ueber-uns/service/presse-detailansicht/presse/gewaechshaus-erreicht-die-antarktis.html

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