„Eine artgerechte Schlachtung für drei Euro pro Kilo ist unmöglich“

Seit Jahren werden die Umstände, unter denen Rinder geschlachtet werden, von Tierschützern kritisiert. Transport, die Haltung kurz zuvor und die eigentliche Schlachtung lösen Stress und Angstzustände bei den Tieren aus. Der Biobauer Herbert Siegel ist jetzt auf die artgerechte Weidenschlachtung umgestiegen.

Ein kurzes Ploppen des Schalldämpfers, dann fällt das Rind um. Die Meisten seiner Artgenossen grasen einfach weiter, einige wenige schauen kurz auf. Neben Biobauer Herbert Siegel und dem Schützen, einem ausgebildetem Jäger, sind außerdem ein Tierarzt und ein Metzger anwesend. Mithilfe einer „mobilen Schlachtbox“ blutet das Tier durch einen Halsschnitt direkt vor Ort aus und wird anschließend in der Box zu Weiterverarbeitung in eine Schlachterei gebracht. Dieser Vorgang unterliegt strengen hygienischen Auflagen, so darf z.B. die Schlachterei nicht mehr als eine Stunde Fahrt entfernt sein.

Natürlich mache das Schlachten an sich niemals Spaß, so Herbert Siegel, aber mithilfe der Weideschlachtung vermeidet man Angst und Stress beim Tier soweit es nur geht. In Deutschland ist die Weideschlachtung bishher nur bei Rindern erlaubt und dies auch nur, wenn sie ganzjährig auf der Wiese gehalten werden. Dies ist sicherlich auch einer der Faktoren, warum in Deutschland bisher nur etwa 200 auf diese Art schlachten. Denn die Nachfrage steigt stetig: Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihr Fleisch kommt und sind auch bereit dementsprechend zu zahlen. Herbert Siegel nimmt 18 Euro pro Kilo im gemischtem Paket, zu seinen Kunden zählen neben Privatleuten unter anderem ein Bio-Hotel und der Metzger Matthias Endras. Er kaufe das Fleisch nicht nur wegen den Gründen des Tierschutzes, sondern auch weil es durch die Art der Schlachtung eine Top-Qualität habe.

Quelle: https://www.welt.de/regionales/bayern/article168667961/Eine-Toetung-auf-der-Weide-ist-natuerlich-vorzuziehen.html

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