Die Welt steckt den Kopf in den Sand

Es ist der am zweitmeisten verbrauchte Rohstoff dieser Erde: Sand. Er steckt in Smartphones, Beton und noch vielem mehr und jeder Mensch verbraucht von ihm jeden Tag durchschnittlich 18 Kilo. „Die Masse an Sand, die gebraucht wird, hat sich in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht“, so Pascal Peduzzi vom Uno-Umweltprogramm(UNEP).

Könnte man nicht einfach den Sand aus der Wüste benutzen?

Nein, so einfach ist es leider nicht. Anders als bei dem Sand der für Beton, welcher weltweit am meisten zum Sandverbrauch beisteuert, benötigt wird, ist Wüstensand vom Wind glattgeschliffen und die Körner können nicht ineinandergreifen. Beim Bau des Burj Khalifa zum Beispiel musste der Sand aus Australien importiert werden. Und das obwohl der Bau von einer Wüste umgeben ist. Das Material ist mittlerweile sogar so beliebt, dass erst letztens ein ganzer Strand in Jamaika geklaut und abtransportiert wurde. Es bildet sich sogar mittlerweile eine richtige Mafia in Asien, die, obwohl es von der Regierung verboten wurde, nach wie vor Sand abbaut und exportiert.

Doch ist der Abbau überhaupt ein so großes Problem?

Da der Sand aus den Wüsten nicht verwendet werden kann, wird stattdessen auf das Meer und die Seen zurückgegriffen. Dabei werden riesige Schwimmbagger verwendet, die bei dem Abbau des Sandes den Boden aufwühlen und dabei jedes darin befindliche Ökosystem durcheinanderbringen und teilweise sogar zerstören. Doch auch sinken dadurch Flussbetten ab und Küsten können erodieren. Auch verschwinden Inseln wie zum Beispiel Sylt nach und nach im Meer und die Strände werden immer kleiner.

Durch den Abbau von Sand in den Mengen, in denen er heutzutage abgebaut wird, zerstören wir also nicht nur die größten und teilweise wichtigsten Ökosysteme, die diese Erde zu bieten hat, sondern wir zerstören auch unseren Schutz vor Überflutungen und Tsunamis.

 

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/sandabbau-wenn-inseln-und-straende-verschwinden-a-1221226.html

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