Der Winter kehrt zurück – und Amphibien in den Winterschlaf

Ein ungewöhnlich langer Wärmeeinbruch hat im Januar an Rhein und Mosel schon viele Spring- und Grasfrösche auf Wanderschaft geschickt, auch Erdkröten waren unterwegs. Teichmolche findet man sogar bundesweit in den Laichgewässern. Doch ein unvermittelt starkes Anhalten von Frost und Eis bringen die Amphibienwanderungen nun wieder zum Erliegen.

Der Winter hat sich längst noch nicht verabschiedet, die ersten Frostnächte liegen bereits zurück. Tendenziell wird es an den Folgetagen sogar noch kälter, so dass an Amphibienwanderungen auch in geschützten Lagen nicht zu denken ist.

Die Wanderungen von Braunfröschen und Erdkröten im letzten Januardrittel beschränkten sich im Wesentlichen auf den Rhein und die Täler seiner Nebenflüsse. „An der von uns betreuten Amphibienwanderstrecke sind bei leichtem Regen die ersten zehn Erdkröten gewandert“, berichtet Franz Debatin vom NABU Hambrücken. „Es waren auch drei Springfrösche dabei. Als danach das Wetter trocken und auch kühler wurde, kam es aktuell zu keinen weiteren Wanderungen.“

In seinem Garten im Wendland kann Christian Fischer schon den ganzen Winter über vier Grasfrösche beobachten, die gemeinsam in einem als „Biotop“ eingerichteten Maurerkübel aquatisch überwintern: „Bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt sieht man regelmäßig einzelne oder mehrere der Frösche, die zumindest ihre Schnauze gelegentlich aus dem Wasser halten. Sie machen trotz der theoretisch dafür ausreichenden Temperaturen bisher keine Anstalten, ihr Winterquartier zu verlassen und zum eigentlichen Laichgewässer zu wandern – der winzige Kübel selbst wäre zum Laichen nicht geeignet. Sie schauen nur stundenlang stoisch aus dem Wasser und warten ab, dass die Tage länger werden. „Der milde Winter ist für die Vier sicherlich ein Vorteil. Bei einer mehrwöchigen strengen Frostperiode könnte es für sie dagegen bedrohlich werden in dem dann eventuell durchfrierenden Kübel. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass sie sich durch die milden Temperaturen dazu verleiten lassen, nun viel früher als sonst zur Laichwanderung aufzubrechen. Einen Krötenzaun würde ich zurzeit hier in der Region jedenfalls noch nicht aufstellen.“

Molche dagegen waren in vielen Regionen unterwegs, oft aber „unter dem Radar“ der Amphibienschützer. Zäune stehen meist noch nicht und aufgrund ihrer kurzen Anwanderwege fallen die Molche meist nicht auf. Immerhin haben Mitarbeiter des Ökowerks selbst in Berlin am 30. Januar erste Teichmolche auf Wanderschaft angetroffen. Jens Scharon vom NABU Berlin fand während einer Tümpeltour sogar an allen besuchten Gewässern Teichmolche.

Quelle: https://www.nabu.de/news/2018/02/23889.html

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