Der Naturschutz braucht Schafe

Grasende Schafe und Ziegen als ideale Landschaftspfleger – die Tiere sorgen so für dichte und widerstandsfähige Böden und erhalten kulturhistorische Landschaften wie Heideregionen, Deiche oder Almen. Der WWF Deutschland fordert nun zusammen mit dem Deutschen Schäferverband eine Weideprämie.

Professorin Dr. Diana Pretzell, Leiterin des Bereichs Naturschutz beim WWF Deutschland meint dazu: „Die deutschen Schafhalter leisten einen maßgeblichen Beitrag zum Naturschutz. Seit Jahren hat es die Bundesregierung verpasst, ihre Leistungen für eine naturverträgliche Bewirtschaftung anzuerkennen. Das Resultat ist der drohende Zusammenbruch des gesamten Sektors. Es ist längst überfällig, dass sie durch die Bundesregierung einen angemessenen Ausgleich für ihre ökologischen und gesellschaftlichen Leistungen erhalten. Dafür ist die Weidetierprämie das richtige Instrument.“

In Deutschland gibt es noch rund 900 haupterwerbliche Schäfer. Seit 2010 ist die Anzahl um etwa 13 Prozent geschrumpft. Auf traditionelle und oftmals biologische Weise erzeugen sie Fleisch, Milch, Käse und Wolle und dienen so als Vorbild einer artgerechten Tierhaltung und nachhaltiger Weidewirtschaft. Doch schon seit längerem reicht das durch die Lebensmittel- und Wollproduktion erwirtschaftete Einkommen kaum zum Leben. In 22 EU-Ländern wird die extensive Haltung von Schafen und Ziegen daher bereits mit einer Weideprämie subventioniert. Die Kosten in Deutschland würden sich in etwa auf 20 Millionen Euro belaufen und würden nicht nur den Berufsstand des Schäfers sichern, sondern auch eine notwendige Investition in den Erhalt wertvoller Grünflächen darstellen.

Quelle: http://www.wwf.de/2018/maerz/naturschutz-braucht-schafe/

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