Das Geheimnis der Florida-Flamingos

Die Florida-Flamingos galten bislang als eingeschleppte Tierart - frei lebende Exemplare erklärte man sich als Ausbrecher aus Zoos und Tierparks. Ein Forscherteam aus Miami kommt nun zu einem anderen Ergebnis.

Wissenschaftler streiten seit Längerem über die Frage, ob der rosa Riesenvogel eine einheimische Tierart ist. Seit etwa siebzig Jahren tauchen immer häufiger freilebende Flamingos in Florida auf. Bisher dachte man, die Population geht auf Flamingos zurück, die in den Zwanziger- und Dreißigerjahren aus Gefangenschaft entkommen sind. Daher genießt der Flamingo als nicht-heimische Tierart auch keinen besonderen Schutz.

Ein Forscherteam um Steven Whitfield vom Zoo in Miami hat nun herausgefunden, dass die Vögel wahrscheinlich zur natürlichen Fauna des US-Bundesstaats gehören und einst in Schwärmen von bis zu 2500 Vögeln vorkamen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurden sie jedoch von Jägern ausgerottet. Doch in den letzten Jahrzehnten tauchen immer mehr freilebende Exemplare in den Vogelzählungen auf. Zwar könnten einige Tiere durchaus aus Zoos oder Parks stammen, der Großteil der wildlebenden Population stamme jedoch höchstwahrscheinlich aus Mexiko und der Karibik.

Das Forschungsteam hofft nun, dass dem Florida-Flamingo durch ihre Ergebnisse der Status als heimische Tierart verliehen wird und somit auch die Tierschutzmaßnahmen verstärkt werden.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/florida-forscher-streiten-um-die-herkunft-wildlebender-flamingos-a-1194921.html

Zurück