Agrarwende 2050?

Viele Menschen sind immer noch der Meinung, dass Dünger und Pestizide für eine erfolgreiche und ertragsreiche Landwirtschaft unvermeidbar sind. Die von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie „Kursbuch Agrarwende 2050 – ökologisierte Landwirtschaft in Deutschland“ belegt jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Die Agrarwende sieht dabei eine schrittweise „Ökologisierung“ der konventionellen Landwirtschaft vor.

Die ökologische Landwirtschaft soll dafür als Vorbild dienen, die Richtlinien jedoch zugunsten einer schnelleren Umsetzbarkeit weniger streng sein. Trotzdem sollen dabei Klima, Böden und Gewässer geschützt und auf das Tierwohl geachtet werden. Langfristig ist dennoch der Biolandbau das Ziel.

Wichtige Maßnahmen im Zuge der „Ökologisierung“ sind laut Greenpeace die Verbannung chemisch-synthetischer Pestizide, die Renaturierung trockengelegter Moore, die als Kohlenstoffspeicher dienen und die Halbierung der Viehbestände.

Denn so, wie die Landwirtschaft momentan in Deutschland gehandhabt wird, kann es nicht mehr weitergehen. Sie ist inzwischen nur noch am Profit orientiert – und das auf Kosten von Ressourcen, Umwelt, Tieren und den Bauern selbst. Kleine Unternehmen können in der Branche nicht mehr überleben, Massentierhaltung mit mehr als 2.000 Schweinen oder 40.000 Hühnern werden immer häufiger. Böden und Gewässer werden durch Pestizide verunreinigt, inzwischen ist auch teilweise das Trinkwasser betroffen, Vogelarten wie die Feldlerche oder der Kiebitz gelten mittlerweile als gefährdet.

Kritiker könnten jetzt behaupten, dass eine solche Landwirtschaft nicht möglich ist, um die Versorgung der fast 82 Millionen Menschen in Deutschland zu gewährleisten. Allerdings ist Deutschland der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten weltweit. Die zur Verfügung stehende Ackerfläche mit über 9 Millionen Hektar reicht jedoch auch nach der Agrarwende aus, um alle Menschen in Deutschland zu versorgen. Die einzige Voraussetzung dafür ist, dass weniger Flächen für den Anbau von Viehfutter genutzt werden. Das bedeutet auch, dass der Fleischkonsum sinken muss. Zudem sollte die Lebensmittelverschwendung deutlich abnehmen.

 

Quelle: http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/her-mit-dem-guten-leben

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